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Das Pfingstlager

Während des verlängerten Pfingstwochenendes war unser Pfadfinderstamm auf einem Pfingstlager. Das Motto des Lagers hieß: „Auf den Teppich, fertig, los!“. Das Thema im Allgemeinen war der Orient bzw. Tausend und eine Nacht. Schon als wir dort, im Ökodorf Brodowin ankamen, sahen wir, dass wir in diese, scheinbar unzähmbare Wildnis erst ein wenig heimische Zivilisation einbringen mussten. Das Gras stand meterhoch und wilde Bestien, hierzulande Mücken genannt, warteten nur darauf, dass wir fingen, aufzubauen, zu sägen, Holz zu suchen oder das Gras dazu zu zwingen, sich als Trampelpfade zu legen. Dann wollten sie sich hinterhältig anschleichen und uns stechen. st unsere, sonst so sichere Waffe gegen sie, das Mückenspray, wirkte nur ungefähr drei Minuten, dann griffen sie wieder an. Auch am zweiten Tag setzte sich das Abenteuer fort, als wir nämlich mit Ruck- und Schlafsack voller Ameisen aufwachten. Später erkannten wir jedoch, dass es unsere eigene Schuld war, denn wer Studentenfutter in seinem Rucksack verstreut und offene Limoflaschen neben seinen Schlafplatz stellt, braucht sich nicht über ungebetene Gäste zu wundern. Nach dem Frühstück sollten wir uns alle orientalisch verkleiden, denn „Kasimir das Kamel“ hatte Geburtstag. Nach dieser Feier besuchten wir im Dorf einen riesigen Ökohof mit 200 Kühen, Kälbern und Zuchtbullen. Der Besuch endete mit einer wilden Heuschlacht. Es besteht das Gerücht (vielleicht ist es auch kein Gerücht), dass jeder Pfadfinder täglich eine gute Tat vollbringen muss. Genau das mussten wir auch am Abend dieses Tages. Wir wanderten also spät noch zu zwei großen, entlegenen Apfelplantagen. Dort sah es noch unzivilisierter aus als auf dem Zeltplatz. Das Gras war noch höher, so hoch, dass man fast Gebüsch sagen musste, und vor lauter Mücken konnte man die Luft kaum sehen. Überall lagen Äste und Zweige umher. Man sagte uns, unsere Aufgabe bestünde „lediglich“ darin, diese Äste aufzuräumen. Nun kann man sich vorstellen wie hundemüde wir, nach stundenlanger Arbeit, in die Schlafsäcke fielen. Der nächste Tag war gottseidank nicht ganz so anstrengend wie die ersten beiden. Er begann mit einem Gottesdienst und setzte sich selbst mit einem Geländespiel fort. Eigentlich folgten darauf Workshops, die die meisten aus der Gruppe aber schwänzten und lieber baden gingen. Das Ende des Tages wurde aufgeteilt: die Wölflinge (unsere Kleinen) hörten sich in einem Zelt orientalische Geschichten aus „1000 und 1 Nacht“ an und die Großen hatten die Ehre, am jährlichen FÖGELEPOKAL-Spiel teilzunehmen. Dabei werden Gruppen gebildet, aus denen einer die Disziplinen meistern muss. Ich persönlich zog es jedoch vor, wie die Wölflinge den Geschichten zuzuhören als bis in die Nacht ein Pokalspiel zu verfolgen. Alle waren ein wenig traurig, als wir am nächsten Tag unsere Sachen packten und die Zelte abbauten. Tja, unseretwegen könnte jede Woche Pfingsten sein, dann gäbe es jede Woche so eine Pfingstfahrt und noch besser: dann gäbe es jede Woche ein verlängertes Wochenende.

(Elisabeth S. Noak) 

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